LORO (THEM)
Mit Blick auf die steigende Zahl von Einwanderern in Europa und fasziniert von der technologischen Entwicklung von Drohnen, startete Krzysztof Wodiczko 2019 in Mailand „Loro (Them)“, einen Schwarm spezieller Drohnen mit Lautsprechern und LED-Bildschirmen, die Migranten eine hörbare Stimme und einen persönlichen Blick geben. Wodiczkos Performance zeigt die grausamen Aspekte von Freiheitsentzug, Folter und Menschenhandel, die unwiderruflich zu körperlichen oder seelischen Wunden führen.
KRZYSZTOF WODICZKO
Krzysztof Wodiczko ist ein renommierter Künstler und emeritierter Professor an der Graduate School of Design der Harvard University. Er ist vor allem für seine großformatigen Dia- und Videoprojektionen auf Architekturfassaden und Denkmäler bekannt und hat weltweit über 90 öffentliche Installationen geschaffen. Seine Arbeiten verwandeln urbane Räume in Plattformen für den sozialen Dialog, wobei er häufig die Stimmen von Randgruppen in den Vordergrund stellt.
Seit den späten 1980er Jahren arbeitet Wodiczko aktiv mit Obdachlosen, Immigranten und Kriegsveteranen zusammen und entwirft nomadische Instrumente und Fahrzeuge, die ihnen das Überleben und die Kommunikation erleichtern. Seine Arbeiten wurden auf wichtigen internationalen Kunstveranstaltungen ausgestellt, darunter die Documenta, die Kunstbiennale von Venedig (kanadischer und polnischer Pavillon), die Whitney Biennale und die Liverpool Biennale. Im Jahr 2009 vertrat er Polen auf der Biennale von Venedig, und 2017 wurde ihm eine Retrospektive im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Seoul gewidmet. Wodiczkos Kunst stellt gesellschaftliche Normen in Frage und fördert kritische Gespräche über Macht, Konflikte und Vertreibung. In Anerkennung seiner Beiträge zum Weltfrieden erhielt er 1998 den Hiroshima Art Prize.
LINKS
youtube.com
krzysztofwodiczko.com
@krzysztof_wodiczko
BEITRAGSBILD
Krzysztof Wodiczko: Loro (Them). Milan 2019. Photo: Krzysztof Wodiczko.
PROTESTE BEI NACHT: LICHT FÜR FREIHEIT
Dokumentationen von Kunstprojekten — kuratiert von Thomas Schielke.












