JR, Darren Aronofsky

THE STANDING MARCH

In „The Standing MARch“, mit der Projektion von 500 Menschen auf die historische Fassade der Nationalversammlung in Paris, wenden sich JR und der amerikanische Filmemacher Darren Aronofsky an die 25.000 Delegierten, die 2015 auf der UN-Klimakonferenz zusammenkamen. Aufgrund eines Terroranschlags in Paris drei Wochen zuvor waren Protestmärsche in Paris verboten und so wurde das Werk zu einem Schweigemarsch.

JR

JR ist ein französischer Künstler, der für seine monumentale Kunst im öffentlichen Raum bekannt ist, die Wahrnehmungen hinterfragt und den Dialog anregt. Seine Arbeiten verwandeln Mauern von Barrieren in Räume für soziale Kontakte. Sein bahnbrechendes Projekt, „Portrait of a Generation“ (2004-06), warf ein Schlaglicht auf die Voreingenommenheit der Medien, indem er überzogene Porträts der Pariser Jugend aufklebte. Später dehnte er seine Arbeit auf die ganze Welt aus und verstärkte die Stimmen in Konfliktgebieten. In „Face 2 Face“ (2007) stellte er Porträts von Israelis und Palästinensern mit demselben Beruf zusammen und klebte sie entlang der Trennungsmauer auf.

Zu seinen großformatigen Installationen gehören „Kikito“ (2017), das ein Kleinkind zeigt, das über die Grenze zu Mexiko blickt, und „The Gun Chronicles“ (2018), ein Titelbild des Time Magazine, das 245 Stimmen zur Waffendebatte in den USA enthält. Von 2019 bis 2022 arbeitete er mit inhaftierten Männern im Tehachapi-Gefängnis zusammen, um Kunst in einer Hochsicherheitseinrichtung zu schaffen.
Als Multimedia-Künstler integriert JR Film, Audio und Tanz in seine Arbeit. Bei dem Oscar-nominierten „Film Faces, Places“ (2017) führte er gemeinsam mit Agnès Varda Regie, und in dem Emmy-nominierten Film „Paper & Glue“ (2021) erforschte er seinen Prozess. Im Jahr 2023 verwandelte er den Pariser Palais Garnier in eine Bühne für 153 Tänzer, die auf einem Gerüst vor 25.000 Zuschauer_innen auftraten.

LINKS

atelierjr.net
@jr

BEITRAGSBILD

JR, Darren Aronofsky. The Standing MARch. Paris 2015. Photo JR.

PROTESTE BEI NACHT: LICHT FÜR FREIHEIT

Dokumentationen von Kunstprojekten — kuratiert von Thomas Schielke.

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