AUTOR Dirk Dose
PUBLIZIERT 21. FEB 2025
Das Gothaer Haus
Das Gothaer-Haus in Lüdenscheid, ein markantes Gebäude am RATHAUSplatz 25, wurde von 1973 bis 1974 errichtet und prägt seitdem das Stadtbild der Innenstadt. Entworfen vom Lüdenscheider Architekten Rolf Miekeley, entstand es im Rahmen der umfassenden Umgestaltung der Lüdenscheider Innenstadt, die als „Tunnel und RATHAUSprojekt“ Anfang der 70er Jahre bekannt wurde.
Ursprünglich als „Querriegel“ bezeichnet, etablierte sich später der Name „Gothaer-Haus“, benannt nach dem Investor, der Gothaer Versicherungsbank Göttingen. Der Hochhauskomplex vereint verschiedene Nutzungen unter einem Dach: Ladenlokale, Büroflächen, Arztpraxen und Wohneinheiten. Im Laufe der Jahre beherbergte es diverse Geschäfte und Einrichtungen wie einen Kiosk, eine Apotheke, eine Reinigung, einen Friseur, einen Döner-Grill, eine Diskothek und sogar ein Kino.
Ein besonderes Merkmal des Gothaer-Hauses ist der angeschlossene großflächige und mehrstöckige Parkhauskomplex, der sich L-förmig im Bereich der MARtin-Niemöller-Straße erstreckt. Diese Kombination aus Geschäfts- und Parkflächen folgte dem damals aufkommenden „Center-Gedanken“ in der Stadtplanung.
In den 90er-Jahren wechselte das Gothaer-Haus den Besitzer und wurde für einen zweistelligen Millionen-Betrag an den Immobilienmakler Horst Hellerforth verkauft. Nach Sanierungsmaßnahmen und einer farblichen Neugestaltung der Fassade ging das Gebäude in den Besitz der GBS Wohnungsbaugesellschaft Menden über, die bis heute für Verwaltung und Vermietung verantwortlich ist.
Trotz seiner zentralen Lage und vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten entwickelte das Gothaer-Haus im Laufe der Zeit ein eher negatives Image. Dennoch bleibt es ein wichtiger Teil der Lüdenscheider Innenstadt und Zeuge der städtebaulichen Entwicklung der 1970er Jahre.