AUTORIN Astrid Lexen
PUBLIZIERT 21. FEB 2021
Das City Center Lüdenscheid
Das City-Center Lüdenscheid (CCL) wurde zwischen 1974 und 1977 als innerstädtisches Einkaufszentrum errichtet, ursprünglich von der Kaufhof AG geplant. Mit einer Gesamtfläche von 30.000 m² und 18.700 m² Gewerbefläche bot es Platz für 70 Ladenlokale, darunter sowohl inhabergeführte Geschäfte als auch Filialen. Der Kaufhof AG fungierte als Ankermieter auf 7.700 m².
Das City-Center Lüdenscheid wurde nach den Plänen des Architekten Horst W. Reckewell aus Recklinghausen entworfen. Für die Umsetzung des Baus war die Kölner Baufirma Helmut Fingerle verantwortlich. Die Architektur des CCL folgte dem Stil des Brutalismus, gekennzeichnet durch Sichtbeton, einfache geometrische Formen und funktionale Gestaltung.
Allerdings führte dies auch zu dunklen und verwinkelten Ladenstraßen. Nach einer Teileröffnung im März 1977 fand der offizielle Festakt im September desselben Jahres statt. Trotz mehrerer Erweiterungen und Umbauten, darunter eine gläserne Fassade (1985) und neue Eingänge, kämpfte das CCL von Beginn an mit Vermietungsproblemen, besonders im ersten Obergeschoss. Um Leerstände zu überbrücken, wurden die Flächen für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Das Center erlebte mehrere Eigentümerwechsel. 1990 ersteigerte der Lüdenscheider Unternehmer Reinhold Zimmermann das Gebäude für 30,2 Millionen DM, obwohl die bisherigen Investitionen bei 120 Millionen DM lagen. 1991 folgte eine umfassende Sanierung, die eine 18-monatige Schließung und die Kündigung aller 51 Mietverhältnisse zur Folge hatte. Sicherheitsprobleme begleiteten das CCL von Anfang an und führten zum Einsatz eines hauseigenen Wachschutzes mit bis zu 25 Mitarbeitern.
Um Jugendlichen einen Anlaufpunkt zu bieten und die Sicherheitslage zu verbessern, eröffnete 1979 ein städtischer Jugendtreff im Center. Das CCL war nicht nur ein Einkaufszentrum, sondern auch Schauplatz kultureller Ereignisse. 1979 diente es als Drehort für zwei Szenen des ZDF-Films „Bored Teenagers“. Seit 1989 lockte der „Lange Donnerstag“ mit Auftritten bekannter Künstler Besucher an. Als wichtiger Bestandteil der Lüdenscheider Innenstadt spiegelt die Geschichte des CCL den Wandel von Einkaufszentren im urbanen Raum wider. Trotz seiner Bedeutung war das Center von wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt, die sogar zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung mit der Stadt um Grundsteuerzahlungen führten