INTERVIEW Karoline Ketelhake
PUBLIZIERT 24. FEB 2025
Shadi Jafarabadi ist eine Designerin und Künstlerin mit Wohnsitz in Hamburg. In ihrer Arbeit Monetary Mirrors erforscht sie Geld als Spiegel der Identität. Dabei legt sie besonderen Fokus darauf, wie die Macht des Geldes von Währungsschwankungen beeinflusst wird.
// Worauf freust du dich am meisten bei LICHTROUTEN?
Ich freue mich sehr, Teil von LICHTROUTEN zu sein, da es meine dritte Video-Mapping-Erfahrung ist – eine Gelegenheit, kreative Grenzen weiter auszuloten. Besonders begeistert mich die Möglichkeit, mit einer dynamischen Community zusammenzuarbeiten, meine technischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und kraftvolle politische visuelle Erzählungen zu gestalten, die das Publikum in Echtzeit fesseln, inspirieren und zu Reaktionen anregen.
// Wie hat deine Reise in die Lichtkunst begonnen?
Meine Reise in die Lichtkunst begann im Dezember 2023 mit einem Video-Mapping-Workshop an meiner Universität. Die Erfahrung, mit einem unterstützenden und kreativen Team zu arbeiten, war unglaublich inspirierend. Sie machte nicht nur den gesamten Prozess äußerst angenehm, sondern entfachte auch meine Leidenschaft für Video-Mapping und motivierte mich, weitere Projekte in den folgenden Semestern zu verfolgen.
// Warum hast du Video-Mapping als Methode gewählt, um die Verbindung zwischen Geld und Identität im Laufe der Zeit darzustellen?
Video-Mapping ist ein unglaublich kraftvolles Medium, das mir ermöglicht, ein breites und vielfältiges Publikum in offenen Räumen zu erreichen. Seine dynamischen und immersiven Qualitäten erlauben es Menschen unterschiedlicher Generationen und Kulturen, sich intensiv mit der Arbeit auseinanderzusetzen. Sie können in bestimmten Bildern, Worten oder sogar musikalischen Elementen, die ich einsetze, Bedeutung finden – oft mit unerwarteten und positiven Überraschungen.
// Gab es ein bestimmtes Ereignis oder eine Erfahrung, die dich zur Schaffung von Monetary Mirrors inspiriert hat?
Ja, das Konzept von Monetary Mirrors wurde maßgeblich durch meine Erfahrung im Kurs Exhibiting Media Arts mit Bettina Pelz inspiriert. Das konstruktive Feedback und die unterstützende Atmosphäre sowohl von der Dozentin als auch von meinen Kommiliton:innen waren dabei von entscheidender Bedeutung.
// Welche Rolle spielen die RGB-Farben in Monetary Mirrors?
Das RGB-Farbschema war zentral für Monetary Mirrors, da es ursprünglich die Grundlage des Projekts hervorhob. In der ersten Version nutzte ich RGB, um lebendige, farbenfrohe Szenen zu schaffen, die das Publikum fesseln und anziehen sollten. In der neuen Version verzichte ich jedoch auf RGB-Filter und konzentriere mich stärker auf die Kernaussage: die mächtige Geschichte des US-Dollars zu erforschen – seine historischen Verbindungen zur Sklaverei in den USA und zum Kolonialismus in Europa – und seine Auswirkungen auf Identität und Währung aufzuzeigen. Dieser Wandel ermöglicht es, die Erzählung klarer herauszustellen, ohne von übermäßig lebhaften Farben abgelenkt zu werden.
// Wie beeinflusst das Raster deine Arbeit? Warum hast du dich für ein Raster von Karl Gerstner entschieden?
Das Raster ist ein wesentliches gestalterisches Werkzeug in meiner Arbeit. Es bietet eine ausgewogene Struktur, die den Blick der Betrachter:innen lenkt und den narrativen Fluss unterstützt. Es hilft mir, visuelle Elemente zu organisieren und sicherzustellen, dass jeder Teil der Komposition zur Gesamtgeschichte beiträgt. Dieser strukturierte Ansatz verstärkt nicht nur das Storytelling, sondern erhöht auch die visuelle Wirkung des Werks.